Geschichte

Ist es noch zeitgemäß, Frauen zu fördern? Wollen Frauen überhaupt gefördert werden? Fühlen sich Frauen im Zeitalter von Gender Mainstreaming durch Frauenförderung sogar diskriminiert? Oder werden Männer durch Frauenförderung diskriminiert?

Komplexe Fragen, ich wage eine fokussierte Antwort, die im Grundgesetz, Artikel 3, Abs. 2 zu finden ist: “… Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

In Deutschland wird erst jedes dritte Unternehmen von einer Frau gegründet. Wenn diese Gründung zum Erfolg wird, liegt das vor allem an der inneren Leistungsbereitschaft der Unternehmerin, aber auch an einem gründerinnenfreundlichen Klima und einer gute Gründungsinfrastruktur. Mit diesem Wissen im Hinterkopf wollten wir Unternehmerinnen und Gründerinnen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bei ihren ersten Schritten ins Unternehmertum unterstützen – transparent und gebündet. Damit Frauen für sich die Arbeitsplätze schaffen können, die ihren Wünschen an Beruf, Familie, Erfolgt entsprechen.

Was lag also näher, als dem Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit in Charlottenburg-Wilmersdorf (BBWA) ein Projekt vorzuschlagen, das die frauenfreundliche Infrastruktur des Bezirkes unter einem Dach vereint?

So wurde meine Idee eines Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrums in der Sitzung der Steuerungsrunde des BBWA am 19. November 2003 beschlossen.

Monika Thiemen (Bezirksbürgermeisterin), Karin Nagel, Heide Dendl, Gabriele Jahn, Judith Brandner und Monika Schümer-Strucksberg machten sich mit mir auf den Weg, einen geeigneten Ort für unser Vorhaben im Bezirk zu finden.

Die Architektin Doris Gruber aus dem Frauenbeirat Stadtplanung unterstützte uns fachlich. Zu einem gründerinnenfreundlichen Klima gehört auch eine günstige Miete. Wir fanden das bezirkseigene Gebäude an dem guten, verkehrsgünstigen Standort, verhandelten intensiv mit der Verwaltung und den verschiedenen Trägern, befragten Expertinnen zu juristischen Formen. Dann begann der Umbau, und nach immerhin zwei Jahren zog am 13. September 2005 die erste Mieterin in ihr neues Büro im UCW ein.

Bisher sind ihr 43 weitere Unternehmerinnen gefolgt, das Haus ist vollständig vermietet.

Wir schauen mit Begeisterung und Stolz auf das, was wir hier geleistet haben und hören dennoch nicht auf, weiter neue Arbeitsplätze für Frauen zu schaffen, das Netzwerk beständig auszubauen. Um auch in Zukunft als der Ort im Bezirk wahrgenommen zu werden, an dem Unternehmerinnen erfolgreich, interdisziplinär, visionär und nachhaltig wirtschaften.

Das neue Unternehmerinnentum – einfach typisch weiblich.

Christine Rabe, Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf

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