Historie

Charlottenburg-Wilmersdorf ist ein seit Jahrhunderten durch Frauen maßgeblich geprägter Bezirk. Nicht  umsonst ist diesem Umstand aktuell eine Ausstellung mit dem Titel „Frauensache“ im Theaterbau des Charlottenburger Schlosses gewidmet.

Die vielfältigen Namen, von Käthe Kruses Puppenproduktion, über die Forscherin Lise Meitner bis zur frühen Kämpferin für umfassende Bildungsrechte für Frauen, Helene Lange, es gibt in Charlottenburg-Wilmersdorf viele Vorbilder, die Mut machen. Nicht zuletzt deshalb hat die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte, Christine Rabe, die Idee eines Zentrums für Gründerinnen und Unternehmerinnen im Jahr 2003 in das Bezirkliche Bündnis für Wirtschaft getragen.

Hier beschreibt Sie, wie es dazu kam:

Ist es noch zeitgemäß, Frauen zu fördern? Wollen Frauen überhaupt gefördert werden? Fühlen sich Frauen im Zeitalter von Gender Mainstreaming durch Frauenförderung sogar diskriminiert? Oder werden Männer durch Frauenförderung diskriminiert?

Komplexe Fragen, ich wage eine fokussierte Antwort, die im Grundgesetz, Artikel 3, Abs. 2 zu finden ist: “… Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

In Deutschland wird erst jedes dritte Unternehmen von einer Frau gegründet. Wenn diese Gründung zum Erfolg wird, liegt das vor allem an der inneren Leistungsbereitschaft der Unternehmerin, aber auch an einem gründerinnenfreundlichen Klima und einer gute Gründungsinfrastruktur. Mit diesem Wissen im Hinterkopf wollten wir Unternehmerinnen und Gründerinnen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bei ihren ersten Schritten ins Unternehmertum unterstützen – transparent und gebündet. Damit Frauen für sich die Arbeitsplätze schaffen können, die ihren Wünschen an Beruf, Familie, Erfolgt entsprechen.

Was lag also näher, als dem Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit in Charlottenburg-Wilmersdorf (BBWA) ein Projekt vorzuschlagen, das die frauenfreundliche Infrastruktur des Bezirkes unter einem Dach vereint?

So wurde meine Idee eines Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrums in der Sitzung der Steuerungsrunde des BBWA am 19. November 2003 beschlossen.

Monika Thiemen (damalige Bezirksbürgermeisterin), Karin Nagel, Heide Dendl, Gabriele Jahn, Judith Brandner und Monika Schümer-Strucksberg machten sich mit mir auf den Weg, einen geeigneten Ort für unser Vorhaben im Bezirk zu finden.


Und dann…

… folgte eine Geschichte mit langem Atem: Ein Beirat wurde konstituiert, ein Gebäude gesucht, ein Förderverein gegründet. Die politische Unterstützung war groß und so wurde der Bezirk fündig im eigenen leer stehenden Gesundheitsamt, in der Nähe des Fehrbelliner Platzes. Im Jahr 2005 wurde das Haus im Herbst eröffnet und feiert so jetzt den 10. Jahrestag.

„Gemeinsam statt einsam“ – so schrieb der Tagesspiegel im Jahr 2006, ein Jahr nach der Eröffnung, über das UCW.

Unterschiedliche Branchen sind angesiedelt, eine Mischung, die sich beständig verändert und erneuert und so einen Spiegel der Berliner Wirtschaft darstellt.

Über 40 Unternehmerinnen arbeiten in Kooperationen, unterstützen sich Branchenübergreifend und nutzen gemeinsame Serviceeinrichtungen. Ergänzt wird die Mischung durch frauenpolitische Initiativen und Verbände, die den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauses stützen.

Das ehemalige Gesundheitsamt war in jeglicher Hinsicht ein gelungener Ort, denn so profitiert das UCW bis heute nicht nur von den Vermietungen eines sehr großen und Licht durchfluteten Konferenzsaal in der vierten Etage, sondern auch vom Tanz – und Turnsaal, der sich im dritten OG befindet.

Natürlich stand das Haus auch schon politisch zur Disposition. Im Jahr 2013 wurde im Bezirk ein  Haushaltsplan aufgestellt, auf dessen langer Streichliste auch die Immobilie in der Sigmaringer Straße 1 stand – das UCW.  Die Bezirksverordnetenversammlung, allen voran der Ausschuss für Gender Mainstreaming, intervenierte und stellte sich schützend vor das Haus. So wurden Verträge mit der Verwaltungsgesellschaft bis 2020 verlängert, genug Zeit zum Atem holen und Zeit, an die notwendigen Sanierungen des Hauses  zu denken.

Hier ist viel zu tun in den kommenden Jahren: Eine komplette Sanierung der Gebäudehülle steht an, genauso wie Strangsanierungen und Erneuerungen von Heizungsanlagen im inneren. Die Mieterinnen wünschen sich Veränderungen der Räumlichkeiten, kleinere Besprechungsräume sollen ermöglicht werden oder aber Co- Working- Spaces.

Der neue Vorstand des Fördervereins wurde im Sommer 2015 gewählt: Mit Franziska Becker und Nicole Ludwig engagieren sich nunmehr zwei Frauen, die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses sind, die Unterstützung des UCW ist damit politisch sehr gut abgesichert.

Im Herbst 2015 initiierten die Vorstandsfrauen gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirkes, Carolina Böhm, eine erste Aktion mit langlebiger Wirkung. Sie riefen dazu auf, dem zu neuem Leben erweckten Haus einen passenderen Namen zu geben. Mehrere Dutzende Vorschläge gingen schließlich im Rahmen des eigens ausgelobten Wettbewerbs ein. Eine hochkarätig besetzte Jury aus Vertretern der Berliner Wirtschaft und Politik bewertete die Vorschläge und wählte ihre drei Favoriten aus. Die endgültige Entscheidung oblag schließlich den Unternehmerinnen des Hauses, die  mehrheitlich für eine moderate Veränderung votierten. Aus dem Unternehmerinnen und Gründerinnenzentrum Charlottenburg-Wilmersdorf wurde im Februar 2016 das  Unternehmerinnen-Centrum West.



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